Victoria

Der kleine, australische Bundesstaat Victoria steht natürlich für Melbourne und die beeindruckende Great Ocean Road, ist aber auch der geeignete Ort für eine Reise durch die australische Tierwelt begleitet von australischem Wein. Victoria ist der südlichste Bundesstaat des australischen Festlands, er liegt an der Bass Strait bzw. der eher kühlen Tasmanischen See. Im Landesinneren umfasst Victoria einen großen Teil der australischen Bergwelt und reicht gar bis ins karge, trockene Outback. Beliebt sind Tierbeobachtungen auf Phillip Island, Wanderungen im Wilsons Promontory Nationalpark, Angeln und Bootfahren in und um Lakes Entrance und nicht zu vergessen Skifahren im (kurzen) Winter in den Australischen Alpen. Auch die Sandsteinberge im Grampians Nationalpark bieten wunderschöne Wanderwege und Aussichtspunkte. Im Landesinneren können Sie in einigen Dörfern in die Geschichte der Goldgräber eintauchen, z.B. in Ballarat oder in Walhalla. Feinschmecker verschlägt es auf die Mornington Halbinsel. Entlang der spektakulären Küste der Great Ocean Road stoßen Sie auf wildlebende Koalas, Surfer und Surfstrände, Wasserfälle und Baumfarne im Great Otway Nationalpark und natürlich auf beeindruckende Felsformationen wie die Twelve Apostles u.v.m. Insbesondere durch kalte, vom Meer her wehende Winde kann es in den australischen Wintermonaten kalt werden und in den Bergregionen fällt Schnee, so dass die beste Reisezeit für Victoria zweifelsohne die Monate Oktober bis April sind.

Melbourne

Die äußerst multikulturelle Stadt Melbourne ist Hauptstadt des Bundesstaates Victoria. Melbourne wird auch oft Garden City genannt, was die Stadt den vielen Grünanlagen und Parks zu verdanken hat, in denen man sich vom turbulenten Stadtalltag ideal erholen kann. In Melbourne stehen riesige Einkaufszentren zur Verfügung, das Nachtleben kann man in zahlreichen Bars und Nachtclubs auskosten. Wer sich für Museen und Kultur interessiert, kommt in Melbourne voll auf seine Kosten. Kein Wunder also, dass Melbourne bereits mehrfach von der Zeitschrift "The Economist" zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt worden ist. Sie liegt idyllisch am Yarra River und auch das Meer ist nicht weit. Im Vorort St. Kilda können Sie entlang der Esplanade spazieren gehen und dabei dem sportlichen Treiben in der Bucht zusehen. A propos Sport: Melbourne ist die Sporthauptstadt Australiens. Wer hat noch nicht von den hier stattfindenden Tennis Australian Open gehört? Zum Zuschauen stehen auch Pferderennen und Cricket bei den Melburnians hoch im Kurs. Beim Joggen und Radfahren lassen sie die Seele baumeln.

Eine Besonderheit Melbournes sind die kleinen, engen Gassen und Arkaden, die Laneways genannt werden. Versteckte Durchgänge führen von einer Ladenzeile zur nächsten. Dort lassen sich hippe Cafés, neue Designerläden oder feine Köstlichkeiten entdecken. Wenige Schritte später befindet man sich in einer Graffiti-besprühten Gasse. Die Stadt ist bekannt für Street Art. Ganz zentral gelegen ist die Hosier Lane. Gleich um die Ecke befindet sich der weltberühmte Federation Square mit seiner modernen Architektur. Hier ist auch die Touristeninformation angesiedelt und es finden häufig Feste statt. Der Federation Square liegt direkt neben dem Bahnhof Flinders Street, dessen Eingangsgebäude eine Attraktion für sich ist. Hier können Sie auch die City Circle Tram, eine historische Straßenbahn, besteigen, die Ihnen eine kostenlose Rundfahrt durch Melbourne mit vielen Informationen bietet und somit einen guten Überblick verschafft.

Wer sich verköstigen lassen möchte, kann abends im Rahmen einer Tour das Colonial Tramcar Restaurant testen. Zum Kosten ist auch der Queen Victoria Market bestens geeignet. In der historischen Markthalle wird Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, aber auch Schuhe und Kleidung feilgeboten. Southbank ist Melbournes Promenade am Yarra River, die insbesondere abends durch all die Restaurants und Bars zum Leben erwacht. Das höchste Gebäude Melbournes ist der fast 300 m hohe Eureka Tower. Ein Aufzug bringt Sie in nur 40 Sekunden zur Aussichtsplattform im 88. Stockwerk, von der aus man eine 360-Grad-Rumdumsicht genießt.

Great Ocean Road

Die wohl bekannteste Panoramaroute Australiens ist die etwa 250 km lange Great Ocean Road. Auf der Route kommen Sie vorbei an bizarren Felsformationen, Regenwäldern, menschenleeren Traumstränden, magischen Wasserfällen und einzigartigen Aussichtspunkten. In Torquay beginnt die Great Ocean Route offiziell und erstreckt sich Richtung Westen bis nach Allansford.

Im Port Campbell Nationalpark liegen die fotogenen Zwölf Apostel, im Meer stehende, bis zu 60 m hohe Kalksäulen. Durch Erosion wurden sie einst gebildet und aufgrund dieser fallen sie nach und nach in sich zusammen. De facto sind noch 8 der ursprünglich Zwölf Apostel übrig. Diese locken unzählige Touristen in Bussen an, am besten sind Sie als Selbstfahrer daher bereits früh morgens schon vor Ort. Aus der Luft kann man sich einen Überblick über die Küstenformation verschaffen, es werden Helikopterflüge angeboten. Die besten Fotos schießt man aber vom Fußweg aus.

Doch die Zwölf Apostel sind nicht die einzigen, sehenswerten Felsformationen entlang der Steilküste. Stoppen Sie unbedingt an den Gibson Steps und an der Loch Ard Gorge! Die Gibson Steps sind Steilstufen, die hinunter zu einem wildromantischen Strandabschnitt führen, den man auch von der Aussichtsplattform darüber bestaunen kann. Die Loch Ard Gorge ist eine von hohen Felsen gesäumte Bucht. Bei Ebbe können Sie auch die faszinierenden Kalksteinhöhlen hier erkunden. Die Shipwreck Coast ist inzwischen als Port Campbell Nationalpark geschützt und so dient das Örtchen Port Campbell mit seinem schönen Strand als gute Übernachtungsmöglichkeit.

An der Great Ocean Road liegen auch zahlreiche Surfstrände, das Städtchen Torquay gilt als Surfmetropole Australiens.

Great Otway Nationalpark

Ein Regenwald mit Baumfarnen, riesigen Eukalyptusbäumen und rauschenden Wasserfällen erstreckt sich an der Great Ocean Road, der Great Otway Nationalpark. Ein Mix aus Grün und Blau liegt am Cape Otway. Der makellos weiße Leuchtturm ist der älteste Leuchtturm Australiens. Seine Errichtung war im 19. Jahrhundert bitter von Nöten. Zahlreiche Schiffe waren bereits entlang der sogenannten Shipwreck Coast gesunken und mehr sollten es noch werden. Heute zeugen zahlreiche Schiffsüberreste, die im Gewässer unweit der Küste liegen, davon. Vom Leuchtturm aus lassen sich in der Saison vorbeiziehende Wale erspähen. Aber auch die Küstenlandschaft kann sich sehen lassen und so kommen auch Weitwanderer, die auf dem Great Ocean Walk unterwegs sind am Cape Otway vorbei. Wer die Augen offen hält, kann in den Eukalyptusbäumen Koalas ausmachen. Das ein oder andere Wallaby hoppelt über das grüne Gras und einige farbenfrohe Vögel fliegen umher.

Grampians Nationalpark

Der Grampians National Park liegt im Landesinneren von Victoria, rund 3 Autostunden von Melbourne entfernt. Die Landschaft ist vor etwa 400 Millionen Jahren durch heftige Erdbeben entstanden und heute ist der Nationalpark mit seinen 1.672 km² ein Eldorado für Wanderer und Naturliebhaber. Die zerfurchte Berglandschaft beheimatet eine große Zahl an verschiedenen Känguru- und Wallaby-Arten sowie Koalas, Emus und Possums. Auch das seltene Schnabeltier wohnt in der Gegend und kann mit viel Glück gesichtet werden. Ein großläufiges Netz an Wanderwegen mit Touren zu Wasserfällen wie den MacKenzie Falls oder auf den über 1.000 m hohen Mount William erstreckt sich im Nationalpark. Besonders erwähnenswert ist die Wanderung zum Pinnacle Lookout, Abwechslung erwartet den Wanderer in Form von besonderen Felsformationen, kleinen Wasserfällen und dem Grand Canyon der Grampians bis hin zu einer Panoramaausicht auf dem Lookout. Auch entlang der Straße liegen mehrere tolle Lookouts für Selbstfahrer, die weniger Zeit haben oder nicht unbedingt die Wanderstiefel schnüren möchten. Am Morgen wird man häufig vom Ruf des Kookaburra geweckt. Der gurgelnde Gesang des Lachenden Hans ist ähnlich laut und auffällig wie der eines Hahnes. Halls Gap bildet den Ausgangspunkt und das touristische Zentrum des Nationalparks. Hier gibt es Übernachtungsmöglichkeiten (Campingplätze, Hotels, Hostels, etc.), Restaurants und einen Supermarkt.

Mornington Halbinsel

Bunte Strandhäuschen und eine Küstenlandschaft mit Klippen charakterisieren die Mornington Peninsula vor den Toren Melbournes. Der Ort Flinders hat sich seinen Flair als Fischerdorf bewahrt, während im Hinterland eine malerische Weinregion liegt. Spazieren Sie durch private Rosengärten und Olivenhaine, kosten Sie in Kellereien Wein und genießen Sie Australiens einziges natürliches Thermalbad. Das warme Wasser der Peninsula Hot Springs kommt aus 600 m Tiefe. Schöne Aussichten kann man auf der Mornington Halbinsel von mehreren Punkten aus genießen: vom Arthurs Seat oder den Peninsula Hotsprings über die Halbinsel und vom Cape Shanck auf die Bass Strait. Wer die Mornington Peninsula bis Sorrento durchfährt, kann von hier mit der Fähre in Richtung Great Ocean Road übersetzen. Die Überfahrt bis nach Queenscliff dauert gerade einmal 40 min, atemberaubende Meerblicke sind garantiert. An machen Tagen sieht man gar Delfine.

Phillip Island

Etwa 90 min südlich von Melbourne befindet sich Phillip Island – ein Paradies für Tierliebhaber und Liebhaber von Wein. Die Insel bietet reichlich Attraktionen und Aktivitäten inmitten spektakulärer Landschaft und eignet sich ideal für einen Tagesausflug von Melbourne aus. Phillip Island erreicht man entweder ganz entspannt mit dem eigenen Auto oder per Bus. Es gibt auch Passagierfähren ab Stony Point. Eine der beliebteste Veranstaltungen ist die Pinguinparade, bei der die Besucher die hier ansässigen Zwergpinguine beobachten können, nachdem diese von Ihrem Fischfang zurück an Land kehren. Auf Phillip Island leben etwa 32.000 Zwergpinguine. Die Pinguinparade ist ein Naturschauspiel, das Sie mit vielen anderen Touristen teilen. Es gibt auch Rangerprogramme, bei denen Sie in der Kleingruppe zum Strand wandern, in der Natur sitzen und die Pinguine beobachten. Wenn man Glück hat, begegnet man den Pinguinen auch hautnah auf eigene Faust. Man muss nur Ausschau nach ihnen halten. Einige von ihnen verstecken sich unter den Stegen beim Nobbies Centre am Ende der Insel. Dort kann man die raue Küstenlandschaft erkunden oder auf einem Bootsausflug Seebären und Robben sehen. Auch Delfine und Wale können auf und um Phillip Island beobachtet werden. Koalas sitzen im Koala Conservation Centre in den Bäumen über Ihnen. Für alle Weinliebhaber gibt es den Southern Gippsland Wine Trail, der an wunderschönen Weingütern vorbeiführt und zu Weinproben einlädt. Das sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

Wilsons Promontory Nationalpark

The Prom, wie die Australier den Nationalpark nennen, ist nur einen Tagesausflug von Melbourne entfernt. Dennoch wäre es schade, dort nur ein paar Stunden zu verbringen. Die Halbinsel, auf der der Wilsons Promontory Nationalpark liegt, ragt weit ins Meer hinein. Sie bildet den südlichsten Punkt des australischen Kontinents. Entlang der Küste reihen sich viele Buchten mit feinen, weißen Sandstränden. Das Landesinnere ist bedeckt von Eukalyptuswäldern, gemäßigtem Regenwald und Heidelandschaften. Mehrere hundert Pflanzenarten sind hier beheimatet. Es ist ein Naturparadies für Outdoor-Liebhaber, aber auch für Tiere. The Prom beheimatet die typisch australische Fauna mit Kängurus und Wallabies, Emus und Wombats. Farbenfrohe Vögel verstecken sich in den Bäumen entlang der Wanderwege. Neben den rot-blauen Pennantsittichen (Crimson rosella) sieht man in Tidal River häufig rosafarbene, aber auch schwarze Kakadus. Wer etwas aufmerksamer ist, findet auch den Lachenden Hans (Kookaburra) in den Eukalyptusbäumen. Wanderwege führen zu traumhaften Buchten, Aussichtspunkten entlang der Küstenlinie oder mitten durch das Landesinnere. Vom Gipfel des etwas über 500 m hohen Mount Oberon genießt man eine 360-Grad-Panoramarundumsicht.

Gippsland Lakes

Die Region um Metung und Lakes Entrance ist in Australien bekannt als Gippsland Lakes. In der ausgedehnten Wasserlandschaft direkt hinter der Küste liegen Seen, Lagunen und Marschland. Dünen und der 90 Mile Beach trennen die Gippsland Lakes vom Meer. In Lakes Entrance erreicht man den Strand bequem zu Fuß über eine kleine Brücke. Fischerboote liegen vor Anker und auf einer Seentour können seltene Delfine gesichtet werden. Zum Kajak fahren, Angeln oder Schwimmen sind die Gippsland Lakes der richtige Ort. Ein Geheimtipp, um Koalas in freier Wildbahn zu sehen, ist Raymond Island. Auch Kängurus, Echidnas und Possums leben dort. Viele der Inseln in den Gippsland Lakes sind wahre Vogelparadiese und die Gegend wimmelt nur so von leckerem Speisefisch.

Mallacoota

Mallacoota ist ein kleiner Außenposten inmitten wilder Natur. An der Mündung des Wallagaraugh River hat sich der Mallacoota Lake gebildet. Mit all den Wasserwegen eignet sich Mallacoota hervorragend für einen Bootsurlaub. Angeln und Schwimmen sind beliebte Freizeitaktivitäten. Die Abalone-Muschelfarm fiel Buschfeuern zum Opfer, wird aber aufgrund der wirtschaftlichen und historischen Bedeutung für den kleinen Ort Mallacoota wieder vollständig aufgebaut. Entlang der menschenleeren Küste führt der schöne Mallacoota Coastal Walk zu wilden Stränden und interessanten Buchten, in denen es viel zu entdecken gilt. Mit etwas Glück sieht man ein Goanna oder sich sonnende Australische Wasseragamen. Von Aussichtspunkten oberhalb der Steilküste sehen Sie Kormorane und können Ihren Blick über das endlos scheinende Meer schweifen lassen. Halten Sie dabei Ausschau nach Buckelwalen!

Croajingolong Nationalpark

Der Croajingolong Nationalpark umgibt Mallacoota fast komplett. Er schützt dichtes Buschland im Landesinneren sowie wilde Küstenlandschaft. Der Wingan River überrascht mit seinen Stromschnellen, bei Thurra River liegen Sanddünen und am Tamboon Inlet hat man optimale Bedingungen für die Vogelbeobachtung. Um den Nationalpark zu erkunden, schnürt man sich am besten seine Wanderschuhe an. Vom Genoa Peak genießt man eine faszinierende Aussicht über die schroffe Küstenlinie und den Mallacoota Lake. Der 100 km lange Wilderness Coast Walk startet im Croajingolong Nationalpark und endet nach einer mehrtätigen Wanderung im Nadgee Nature Reserve jenseits von Mallacoota. Bei Gipsy Point kann man auch das dichte Buschland des Nationalparks auf kleinen Wanderungen näher erkunden. Im Biosphärenreservat gibt es 1.000 verschiedene Pflanzen sowie mehrere hundert Vogel- und Tierarten. Das vor der Küste liegende Meeresgebiet ist als Cape Howe Marine Nationalpark bekannt. Beim Schnorcheln sieht man bunte Fische und wer zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, der kann vorbeiziehende Orkas oder Buckelwale beobachten. Diejenigen, die tiefer in das Naturparadies des Croajingolong Nationalparks eintauchen möchten, sollten viel Zeit einplanen, einen Allradwagen fahren und ein Zelt mitbringen. Im Croajingolong Nationalpark gibt es mehrere Campingplätze.

Great Alpine Road

Die Great Alpine Road bringt Sie von den Gippsland Lakes auf Meereshöhe hinauf bis auf 1.800 m. Sie schlängelt sich auf und ab durch die Bergwelt Victorias, über viele Kilometer mehr oder weniger parallel zum Ovens River, und endet jenseits des Mount Buller Nationalparks in Wangaratta. Während der Fahrt kann man immer wieder Ausblicke über die sanft geschwungenen Berge Australiens genießen, fährt durch Wälder und Täler, über Hochebenen und vorbei an Farmen, deren Produkte Sie unbedingt kosten sollten. Hoch oben an Danny's Lookout in der Nähe von Hotham liegt bei klarer Sicht der Mount Feathertop vor Ihnen. Im Sommer kann man hier hervorragend wandern, im Winter dient der Alpine Nationalpark als Skigebiet. Auch im Mount Buller Nationalpark mit seinem freistehenden Bergmassiv erstreckt sich ein Netz von Wanderwegen. Auf diesen kann man Wasserfälle und bizarre Felsformationen entdecken. Da die reine Fahrtzeit für die Great Alpine Road bei knapp 5 Stunden liegt, ist es ratsam in Bright zwischen zu übernachten, bevor es ins Milawa Farmland geht. Probieren Sie Käse und Wein, Senf oder Heidelbeeren - all das wird hier angebaut und verarbeitet.