Fraser Island (K'gari) und die anderen Sandinseln Australiens
Geschrieben am: 24. April 2026
Fraser Island (K'gari), die größte Sandinsel der Welt
Buckelwale, Dingos, Süßwasserseen und ein Wrack
Fraser Island ist die bekannteste und größte Sandinsel der Welt. Inzwischen hat sich in Queensland, Australien, der Name K'gari (aus der Sprache der Aborogines) für die Insel etabliert.
K'gari ist ein Touristenmagnet. Glasklare Seen und Bäche laden ein, entdeckt zu werden - willkommene Abkühlungen inklusive. Mir ist es einmal gelungen, eine Schildkröte beim Schwimmen im Lake McKenzie zu sichten. Auf Fraser Island leben zudem Dingos, wilde Hunde, deren Sichtung aufregend sein kann - insbesondere, wenn man in Australien mit Kindern unterwegs ist. Die Bäume und Pflanzen in den Regenwäldern auf Fraser Island sind vielseitig. Ich finde es jedes Mal, wieder faszinierend, was alles auf Sand wächst: darunter Farne, Palmen und Kiefern.
Die Höhepunkte von K'gari lernt man im Rahmen einer geführten Tour im Allradbus an einem Tag kennen. Es geht unter anderem auch am den 75 Mile Beach und zum Schiffswrack Maheno. Das Befahren des Sandstrandes ist mit Geländewagen möglich und erlaubt. Vom Baden im Pazifik sollte man jedoch absehen. Die Ostküste ist bekannt für Haie. Stattdessen lockt eine Abkühlung im glasklaren Eli Creek.
Das Kingfisher Island Resort am der Westküste von K'gari ist in unter einer Stunde mit der Fähre von Hervey Bay erreicht. Die wunderschöne Anlage bietet einen Pool und einen Froschteich. Es lohnt sich, hier mindestens zwei Nächte zu bleiben. Den Mietwagen oder Camper lässt man in Hervey Bay stehen.
Unbekannter Westen der Insel K'gari (Fraser Island)
Den unbekannten Westen der Insel K'gari kann ausschließlich erkunden, wer sich ein Allradfahrzeug speziell für Fraser Island mietet oder sich einer ganztägigen Bootstour von Tasman Venture anschließt. Die gängigen Fahrzeugvermietungen in Australien verbieten ausnahmslos die Mitnahme des Mietwagens oder Campers auf Fraser Island aus versicherungstechnischen Gründen. Auf K'gari fahren sollte zudem nur, wer über Allraderfahrung verfügt. Es bleiben auf den Sandpisten der Insel zahlreiche Mietfahrzeuge stecken.
Wer die Highlights von K'gari (Fraser Island) schon kennt, kann zu den Creeks Awinya, Bowaraddy und Wathumba aufbrechen. Die Bootstour von Tasman Venture startet täglich von der Marina in Hervey Bay/Urangan und beinhaltet den Besuch von Bowarrady Creek, Awinya Creek und Wathumba Creek. Es wird geschnorchelt, Kajak gefahren, eine kleine Sanddüne erklommen und vieles mehr. Sie kommen auch zu den Coloured Sands und erleben einen Tag voller Abenteuer. Zusätzlich bietet der Tagesausflug in der Buckelwalsaison die einmalige Gelegenheit zum Schwimmen mit Walen.
Moreton Island vor den Toren von Brisbane
Unterwasserwelt, Schiffswracks, Delfine und Sandboarding
Auf Moreton Island, der drittgrößten Sandinsel, geht es in erster Linie um die Unterwasserwelt. Die Vielfalt an Fischen um die Tangalooma Wrecks ist nahezu legendär. Auch Korallen leben auf den Wracks und Seesterne sind am sandigen Meeresboden zu finden. Mit Geduld sichtet man als Schnorchler vielleicht sogar einen seltenen Teppichhai (wobbagong shark), der sich gerne in den Sand eingräbt. Man kann auch das Glück haben, hier ein Dugong (Seekuh) zu entdecken.
Die Schiffswracks wurden ab 1963 vor Moreton Island versenkt, damit es zu einem Gezeitenbruch kam und kommt, was einen sicheren Ankerplatz für Boote bietet. In jenem Jahr wurde der Walfang in Australien verboten, der zuvor 10 Jahre lang in der Tangalooma Whaling Station stattfand. Die Walfangstation wurde zu einem Resort umgebaut, dem Tangalooma Island Resort, und fortan mehr in den Tourismus investiert.
Auf Moreton Island gibt es - wie auf Fraser Island (K'gari) - nur Sandpisten für Geländefahrzeuge. Die Fähre Micat setzt in der Früh vom Port of Brisbane in 90 Minuten nach Moreton Island über und fährt am Nachmittag wieder zurück. An Bord dürfen ausschließlich Allradwagen und Fußpassagiere.
Es gibt geführte Tagesausflüge von Sunset Safaris nach Moreton Island, die in Brisbane starten. In der Früh gegen 7 Uhr ist Abfahrt am Busbahnhof von Brisbane in der Roma Street. Ein Bus bringt die Teilnehmer zum Port of Brisbane, wo um ca. 8 Uhr die Fähre nach Moreton Island ablegt. Um 9.30 Uhr geht es am Strand von Bord, nur wenige Meter von den Tangalooma Wrecks entfernt. Wer eine Tour gebucht hat, wird mit Schnorchelausrüstung und Neoprenanzug ausgestattet und nimmt an einer 45-minütigen Schnorcheltour teil. Anschließend geht es mit durchsichtigen Kajaks nochmals für ungefähr die gleiche Zeit um die Wracks herum. Kajaks, Paddel und Schwimmwesten werden gestellt. Wir sehen einen kleinen Raubvogel über den Wracks kreisen und blitzschnell einen Fisch fangen.
Nach einem Mittagessen (Wraps, Chips, Wasser) fahren wir mit einem Allradbus ca. 6 km bis zu The Desert. Die Dünenlandschaft auf Moreton Island dient dem Sandboarding. Mit dem Kopf voraus geht es für Mutige auf Brettern die steile Sanddüne hinunter. Im Anschluss geht es zurück an den Strand. Für eine kleine, kurze Schwimmrunde bleibt gerade noch Zeit, bevor die Micat ablegt und ihren Weg zurück zum Port of Brisbane antritt.
Tangalooma Island Resort auf Moreton Island
Alternativ bietet das Tangalooma Island Resort ein eigenes Boot für die Überfahrt von Brisbane in der Nähe des Flughafens. Auch Tangalooma hat verschiedene Tagesausflüge im Programm. Reizvoll aber sind Übernachtungen auf Moreton Island im Tangalooma Island Resort. Es liegt am Strand von Moreton Island und vom Resort aus können Schnorchler bis zu den Tangalooma Wrecks am Strand entlanggehen. So bleibt mehr Zeit, die Schiffswracks und die faszinierende Unterwasserwelt im eigenem Tempo zu erkunden und die Chancen auf seltenere Sichtungen wie Teppichhai, Schildkröte oder Dugong steigt.
Im Rahmen des Tangalooma Wild Dolphin Feeding Programmes können Hotelgäste an einer Präsentation über Delfine teilnehmen. Bei den meisten Übernachtungspreisen ist auch die Delfinfütterung am Abend im Tangalooma Island Resort inklusive. Zwei Delfinfamilien kommen regelmäßig an den Strand vor dem Resort.
Tangalooma bietet eine Vielzahl an zusätzlich zu bezahlender Aktivitäten und Ausflügen auf Moreton Island an, darunter Sandboarding und Quadfahren auf den Sanddünen, ein Ausflug zur Blue Lagoon im Süden von Moreton Island mit dem Allradbus, Angeln, nächtliche Bootstouren um die Schiffswracks, Tauchen, Parasailing, Segway Touren, Kajak- und SUP-Verleih uvm. Im Resort gibt es zudem Pools, Tennisplatz, Spielplatz und gratis Fütterungen von Pelikanen, Seevögeln und Kookaburras (dem lachenden Hans).
North Stradbroke Island alias Straddie
Koalas, Kängurus, Delfine und Strände
North Stradbroke Island alias Straddie ist die wohl unbekannteste der drei großen Sandinseln vor Queensland. Man erreicht sie mit der Fähre von Cleveland südlich von Brisbane (Richtung der Gold Coast) in 50 Minuten mehrmals täglich.
Das Tolle an North Stradbroke Island ist, dass es hier nicht 'nur' Meeresleben gibt. Eine 22 km lange Asphaltstraße verbindet die Orte der Insel. Somit können Selbstfahrer mit dem Mietwagen nach Straddie übersetzen.
In der Nähe des Fähranlegers in Dunwich kann man Koalas in den Bäumen finden. Der Steg von Amity Point ist bekannt für Delfine verschiedener Arten. Hinzu kommen gute Vogelsichtungen und Kängurus. Kängurus und Wallabys sehen wir auch am North Gorge Walk von Point Lookout, wo es zudem frische Meeresfrüchte und Fish & Chips gibt. In den Gewässern vor der Steilküste des North Gorge Walk schwimmen Mantarochen, Schildkröten und Delfine und in der Saison (Juni - November) sichtet man Buckelwale. Auf North Stradbroke Island bietet sich dem Besucher auf engstem Raum ein vielfältiges Erlebnis. Die Atmosphäre ist entspannt, Island Time eben. In meinem Reisebericht Brisbane, Inselstrand & Regenwald lesen Sie mehr über meine persönlichen Erlebnisse auf North Stradbroke Island.
Auf einer geführten Tagestour kann man North Stradbroke Island ebenfalls erleben und erfährt zugleich über die Bedeutung der Insel für die Quandamooka Aborigines. Es ist ein langer Tag mit Programm (Walks, Lookouts, Wildlife) und Freizeit am Strand.
Fazit zu den Sandinseln Australiens
Mein Tipp für Familien mit kleinen Kindern ist definitiv Straddie (North Stradbroke Island). Abenteuerlustigen Kindern ab frühestens dem Grundschulalter kann ich auch Moreton Island ans Herz legen. Und ein Whale Swim vor K'gari (Fraser Island) ist für alle Wasserratten ein Muss, die keine Angst vor dem offenen, tiefen Meer haben. Was die Süßwasserbäche und -seen angeht, kann keine der anderen Sandinseln Fraser Island das Wasser reichen. K'gari bedeutet Paradies und sollte auf jeder Australien To-do-Liste stehen.
Schon Ende der 1990er machte ich meine erste Fernreise. Seitdem kamen zahlreiche Reisen auf ferne Kontinente hinzu. Mein erstes Ziel in Ozeanien war Neuseeland, doch Down Under ließ mich nicht mehr los. Aus eigenen Fernreisen kenne ich verschiedenste Ecken in Australien, Neuseeland und die meisten Südseeinseln.