Durch die erstaunlichen Atherton Tablelands bei Cairns
Geschrieben am: 18. Januar 2026
- Granite Gorge, das Outback der Atherton Tablelands
- Farmland, lokale Erzeugnisse und Cafés
- Mount Hypipamie Nationalpark
- Shaylee Strawberry Farm
- Schnabeltiere - seltsame Urzeitwesen im Barron Fluss
- Wahrzeichen der Atherton Tablelands: der Curtain Fig Tree
- Gallo Dairyland, lokale Erzeugnisse
- Regen im Regenwald
Bevor ich das erste Mal in den Atherton Tablelands war, konnte ich die Gegend nicht so richtig einordnen. Mich faszinieren extreme Landschaften und die Atherton Tablelands erwartete ich lieblich und beschaulich. Ein wenig ist es so auch: Es gibt Landwirtschaft im grünen Hügelland. Dennoch haben mich die Atherton Tablelands positiv überrascht und das lag nicht nur an den wilden Schnabeltieren, die ich dort zum ersten Mal in freier Natur sehen durfte.
Die Atherton Tablelands erreichen wir über die Rex Range Road von Norden kommend. Ein kurzer Stopp am Rex Range Lookout bietet ein schönes Fotomotiv über die Berglandschaft. Vor der Stadt Mareeba erwartet mich viel Natur. Ein Campingplatz ermöglicht übrigens wildes Campen.
Granite Gorge, das Outback der Atherton Tablelands
Der Abattoir Swamp und der riesige Lake Mitchell liegen in Reichweite. Für Birder ist der Abattoir Swamp ein absolutes Muss. Es gibt einen Boardwalk und natürlich einen Hide, um die Vögel in aller Ruhe beobachten zu können.
Beim Lake Mitchell handelt es sich um einen Stausee, der vor allem bei Anglern beliebt ist. Aufgrund einer bestimmten Algenart wird vom Baden im See abgeraten.
Kurz vor Mareeba ist die Golden Drop Mango Winery erreicht. Hier wird Wein aus frischen Mangos der eigenen Mango Farm hergestellt. Ein süßes Wein-Erlebnis!
Von Mareeba aus führt eine Straße ins Outback nach Chillagoe und zu den Chillagoe Caves. So weit kommen wir allerdings nicht.
Wir fahren weiter zum Campingplatz an der Granite Gorge. Über das Wochenende finden sich unzählige australische (Groß-) Familien mit ihren Wohnwagen hier ein. Wir sind das einzige 'richtige' Wohnmobil. Der Granite Gorge Caravan Park bietet Stellplätze in der Nähe der Felsen, am Bächlein und bei einer Pferdekoppel.
Es gibt einige Haustiere und halb-zahme Rock Wallabys. Diese dürfen in der Granite Gorge sogar gefüttert werden und sind besonders zutraulich.
Markierte Wege führen über die Felsen in der Granite Gorge. Der gelbe Rundweg ist mit etwas Geschick kein Problem. Die roten Abzweige sind für Mutige, die ein wenig kraxeln wollen. Festes Schuhwerk ist ein Muss. Wir haben viel Spaß beim Klettern und Entdecken.
Farmland, lokale Erzeugnisse und Cafés
Die Atherton Tablelands sind Farmland. Es werden Erdbeeren, Avocado, Mango, Bananen, Papaya und Zuckerrohr angebaut. Rinder werden zur Fleischgewinnung und als Milchkühe gehalten. Auch Distillerien gibt es.
Wir halten an der Billycart Brewery und nehmen uns eine bunte Mischung an lokalen Bieren mit. Die leichten australischen Biere lassen sich gut trinken.
Wir brauchen einen Snack und finden am Rande von Atherton das urige The Station Café. Es wurde in alte Eisenbahnwaggons gebaut. Die etwas rustikale Atmosphäre finden wir richtig charmant. Und Mahlzeiten und Getränke sind lecker. Kaffeebohnen werden ebenfalls in den Ahterton Tablelands angebaut, kommen also von hier.
Mount Hypipamie Nationalpark
Gestärkt machen wir uns auf zum Mount Hypipamie Nationalpark. Die kleine Wanderrunde bringt uns zu den malerischen Dinner Falls und zu einer geologischen Besonderheit: einem Diatrem. Ein Diatrem ist eine riesige Röhre vulkanischen Ursprungs. Durch eine Explosion wurde der 82 m tiefe, vulkanische Schlot freigelegt. Ringsum liegt Urwald. Äste ranken am Gestein hinab. Von der Aussichtsplattform sehen wir in der Tiefe einen See.
Auf unserer Wanderung durch den Regenwald können wir leider keine Boyd's Forst Dragons (Agamen) spotten. Das war mit einer der Gründe für unseren Besuch im Mount Hypipamie Nationalpark. In der Nacht muss es hier nur so von Tieren wimmeln, darunter die scheuen Baumkängurus. Tagsüber tarnen sich die Tiere für uns wohl einfach zu gut.
Shaylee Strawberry Farm
Am Straßenrand gibt es Avocados zu kaufen - alle Früchte sind frisch vom Erzeuger. Man pflückt nicht selbst, holt die Avocados aber direkt in der Plantage.
Unser nächster Stopp ist die Shaylee Strawberry Farm. Wir pflücken zwar keine Erdbeeren, genießen aber das äußerst geschmackvolle Erdbeer-Sorbet aus eigener Herstellung. Und ich koste vom Erdbeer-Wein, den ich wirklich mag.
Schnabeltiere - seltsame Urzeitwesen im Barron Fluss
Nur wenige Minuten entfernt liegt der Bonadio RV Nature Park, unser nächstes Ziel. Er liegt am Barron River, in dem wilde Schnabeltiere leben. Wir spazieren am Fluss entlang und finden zunächst nur eine Schildkröte.
Auf dem Rückweg - langsam dämmert es - entdecken wir dann drei oder vier der bizarr anmutenden Tiere. Manchmal hören wir ein Ploppen, wenn ein Schnabeltier auftaucht. Meistens sind sie sehr leise und tauchen immer wieder auf und ab. Schwimmend sehen sie am niedlichsten aus, wenn sie wie wild mit ihren Vorderfüßen paddeln.
Abends werden auf dem Campingplatz noch Wallabys und Possums mit Bananen angefüttert. Besonders die nachtaktiven Possums werden von uns bewundert. Wallabys hatten wir ja schon am Vortag gesehen.
Am nächsten Morgen ist es wolkenverhangen. Wiederum sehen wir vier Schnabeltiere am Fluss. Ich empfinde das als einzigartiges Naturerlebnis! Ein älteres australisches Ehepaar, das ich am Fluss treffe, berichtet ganz begeistert von den Schnabeltier-Sichtungen und wie besonders es ist, den Platypus in freier Wildbahn zu sehen. Das Ehepaar war bereits seit einer Woche auf demselben Campingplatz - nur um die besonderen Tiere zu beobachten.
Wahrzeichen der Atherton Tablelands: der Curtain Fig Tree
Nach dem Frühstück halten wir am Curtain Fig Tree. Dieser gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Atherton Tablelands. Und entsprechend viele Autos halten an. Alle gehen die kleine Runde um die riesige Würgefeige herum. Beeindruckend ist der Curtain Fig Tree in jedem Fall.
Gallo Dairyland, lokale Erzeugnisse
Anschließend machen wir einen Stopp an der Farm Gallo Dairyland, wo wir prämierten Käse und eine Kostproben an Schokopralinen kaufen. Die Pralinen schmecken allen und der Käse ist wirklich lecker und passt zu unserem Wein. Wir probieren den prämierten Chili-Käse ummantelt von rotem Wachs und den grün eingepackten Regenwald-Käse der Region.
Regen im Regenwald der Atherton Tablelands
Das Wetter zieht sich immer mehr zu. Es regnet dann und an einigen Stellen ist es etwas neblig. In einer Höhe von ca. 800 m, wo wir uns in den Atherton Tablelands befinden, wird es bei Nässe recht kühl. Wir beschließen, auf den Stopp an den Millaa Millaa Falls zu verzichten. Ein Foto von diesem Wasserfall bringt fast jeder aus den Atherton Tabelands mit.
Der Palmerston Highway schlängelt sich hinab. Der Crawfords Lookout bietet einen letzten schönen Blick zurück.
Ich habe über die inzwischen verlassene Nerada Tea Factory gelesen. Mit etwas Geduld und Glück kann man dort wohl Lumholtz Baumkängurus entdecken. Wegen des Regens und unseren schwachen Sichtungserfolgen im Regenwald bisher, verzichten wir auf den Umweg und die Suche. Anscheinend kommen Baumkängurus aber gerade bei Regen häufiger hinab von den hohen Bäumen, in denen sie sich sonst verstecken.
Meine zwei Tage in den Atherton Tablelands habe ich in vollen Zügen genossen. Etwas mehr Zeit und etwas weniger Regen hätten mir dort auch zugesagt. Da die Atherton Tablelands ja direkt im Hinterland von Cairns liegen, werde ich ein anderes Mal wiederkommen.
Schon Ende der 1990er machte ich meine erste Fernreise. Seitdem kamen zahlreiche Reisen auf ferne Kontinente hinzu. Mein erstes Ziel in Ozeanien war Neuseeland, doch Down Under ließ mich nicht mehr los. Aus eigenen Fernreisen kenne ich verschiedenste Ecken in Australien, Neuseeland und die meisten Südseeinseln.